Am 29. September 2015 hat das Nuke Festival bewiesen, dass ein Festival auch direkt in einer Stadt, in dem Fall Graz, ohne Probleme stattfinden kann. 2007 wurde das Festival in einem Video, das auf YouTube zu finden ist, als chilligstes Festival angekündigt – diesen Titel kann es 2015 auch beibehalten.
Meiner Meinung nach, war das Festival zwar gut organisiert (besonders, weil es das erste Mal stattfand), aber das fehlende Trinkwasser ist und bleibt ein großes Manko – Hey, da sind Leute zusammengebrochen! Bei dieser Hitze ist Wasser wichtiger als alles andere. Außerdem musste man sich ewig lange anstellen, um Essen, Bier und Wein zu kaufen. 30 Minuten sind zwar nicht lange, aber wenn das Festival nur einen Tag dauert und die Acts nur 40 bis 50 Minuten spielen, ist das doch äußerst nervig – besonders bei dem guten Line-Up.
Abgesehen von den Gastro-Problemen, gibt es trotzdem Positives zu berichten. Die Bands waren pünktlich auf der Bühne und haben nicht zu lange gespielt. Besonders hat mich die Liebe zum Detail sehr erfreut. Schon zu Beginn wurden VIP-Karten-Besitzer mit einem Goodie-Bag und Sekt empfangen. Die Imbissstände waren schön designed und es wurde eine riesige Auswahl an Essen, das man sonst auf einem Festival nicht bekommt, angeboten.
Manche waren laut Postings in sozialen Medien wegen dem Flüchtlingsunglück nicht wirklich bei der Sache. Ich finde es supertoll, dass alle Künstler auf die Bühne gekommen sind, um nach Charlie Chaplins Rede (Rede an die Menschheit) eine gemeinsame Trauerminute verbringen zu können, denn das hat ein familiäres Feeling erzeugt und gezeigt, dass alle zusammenhalten.
Ich war schon immer Fan der „Nachmittags-Acts“, so auch beim Nuke, denn die eigentlichen Headliner waren für mich Wanda, Prinz Pi und Bilderbuch. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Bands sind, die ich ziemlich gerne und seit längerem höre.
- Wanda; die sind live immer gut – das waren sie schon am Donauinselfest und so auch am Nuke. Das haben auch viele Fans durch lautes Mitsingen bestätigt. Michael Marco Fitzthum hält eine Flasche Wein in der Hand, seine Stimme wird wiedererkannt, die Songs motivieren zum Tanzen, Feiern und Mitsingen, verlaufen aber meistens in eine leichte Melancholie, was die Lieder gerade eben so toll macht.
- Prinz Pi: Er ist für mich der König des gefühlsvollen Deutsch-Raps – zumindest sein letztes Album. Er zeigt uns, dass Rap auch anders geht: Texte mit Emotionen und Problemen, die uns alle betreffen und zum Nachdenken bringen. Das soll aber nicht heißen, dass ein Konzert von ihm eine Gruppen-Depression auslöst – ganz im Gegenteil! Eine Mischung aus Text und guten Beats, die auch lustig sein können, machts aus. Prinz Pi hat das Nuke auch dadurch gerockt, dass er nicht nur neue, sondern auch alte Lieder wie „Gib dem Affen Zucker“ gespielt hat.

- Bilderbuch: Ich gehe gerne auf Konzerte von Bilderbuch (mittlerweile mein Zweites) – da ist alles immer so schön
familiär, sowohl die Fans, die echt nicht stressen, als auch Bilderbuch selbst, die sich nach jedem Konzert freuen und umarmen, als wäre es ihr Erstes. Bilderbuch hat mit dem Song „Maschin“ – Maurice Ernst, der Sänger der Band, hatte natürlich seine gelben Handschuhe an – das Publikum heftig eingeheizte. Bilderbuch hatten das Publikum fest im Griff und Maurice schaffte es den Fans, durch sein zielsicheres und „Falco-ähnliches“ Auftreten, eine kunstvolle, extrovertierte, einem Schauspiel ähnelnde Bühnenshow zu präsentieren. Auftreten hin oder her, stimmlich sowie musikalisch alles fein – nur wo waren eure alten Songs? Ich finde es immer wieder interessant, wie die Stimme von Maurice verändert wird und so wie eine Ähnlichkeit mit einem Instrument hat. Ah ja, danke für das Selfie. 😀
Aber hey, vergesst nicht: Das Festival steckt noch in den Kinderschuhen und das Areal wurde noch nie, soweit ich das verfolgen konnte, für Festivals in dieser Klasse genutzt. Das ist dasselbe, wie lernen zu lesen. Da habt ihr bestimmt nicht von 0 auf 100 fehlerfrei lesen können, oder?
P.S.: Ich möchte mich auch bei Cro bedanken – war schön Jungs und Mädls im Volksschulalter mit ihren Eltern in Fan-T-Shirts zu sehen. Das bestätigt wieder, dass das Nuke ein Familienfest war. 😉
FOLLOW ME:
Facebook: Clarissa Shannon Wallnöfer
Instagram: claari_van_daniels
twitter: ClariVD
Ein Kommentar zu „Nuke Festival – das chilligste Festival 2015“