Meine Lieben,
Jahre sind vergangen, Bands wurden gegründet, andere aufgelöst, CDs wurden produziert, Konzerte fanden statt oder wurden abgebrochen (Madsen, ihr Armen…), etliche Liter Alkohol wurden gesoffen, Lokale eröffneten – pure Elektrizität, Bewegung (so kennt man Graz ja gar nicht ;))! Das einzige, was verstaubte, war mein Blog. Die Grazer Gerüchteküche brodelte und man munkelte, meine Wenigkeit hätte das Schreiben verlernt, aber nein dem ist nicht so, denn hiermit darf ich mit voller Freude und von ganzem Herzen verkünden: Ich lebe noch!
Ich habe eine Frage an euch: Was haben Bands wie The Who, Deichkind, Trailerpark und Wanda gemeinsam? EEEINS, ZWEEEI oder DREEEI… ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht! 😀
Genau, sie sind alle auf ihre eigene, individuelle Art Rock. Rock ist nicht nur ein Musikgenre, das von BMW-fahrenden Proleten, die Kronehit oder Ö3 hören, missbraucht wird, um Bands, die echte Instrumente beinhalten, zu kategorisieren, sondern auch eine Lebenseinstellung, ein bestimmtes Auftreten. Wenn ich an Rock denke, verbinde ich damit Ekstase, Eskalation, Alkohol, Zigaretten, natürliche oder chemische Drogen, Lebensfreude, Genuss, Vandalismus, auffallen, Anderssein, Leidenschaft, Hass, Trauer, Riot und Gesellschaftskritik.
Lang ist’s her, aber ich war am 28. Oktober auf einem Konzert, das unendlich viel Rock-Flair hatte. Die Rede ist von Wanda (audiovisueller Eindruck). Ich lege es euch wirklich nahe, ein Konzert von Wanda zu besuchen, und wenn ihr schon eines gesehen habt, dann geht gefälligst noch eines! Wieso? Hier ein paar Gründe:
- Seit dem Moment, als ich eine große Liebe für Musik entwickelt hatte, wusste ich, dass die Dialektmusik des deutschen Sprachraums sehr seltsame Formen annehmen kann (nein, ich meine hier nicht Austropop und die NDW). Diese Musik aus Bad Oaschloch oder Sankt Weißderteufelwo ist meistens beschissen und die Typen peinlich. Wanda singen in der Wiener Mundart, aber schämen muss man sich für sie auf keinen Fall. Ihre Texte mit enormer Ohrwurmgefahr scheinen zunächst recht einfach gestrickt zu sein, haben nichtsdestotrotz zumeist eine irrsinnig tiefgründige Bedeutung, und handeln meistens von traurigen verliebten Individuen, Alkohol – bevorzugt Schnaps und Wein – und viel Amore.

- Mögt ihr Alkohol? Mögt ihr Schnaps mehr als jedes andere alkoholische Getränk? Seid ihr gerne betrunken? Ja? Sehr gut, dann seid ihr bei einem Wanda-Konzert genau richtig. Michael Marco Fitzthum alias Marco Michael Wanda verherrlicht Schnaps gefühlte 30 Minuten in einem Song, springt in die Menge und lässt natürlich alle treuen Wanda-Fans stehend in den ersten Reihen bei seiner Flasche Schnaps mittrinken.
- Wanda sind anscheinend sehr beliebt, denn vor einer ausverkauften Location zu spielen ist keine Seltenheit. Hey, demnach haben sie eine Menge Kohle, und scheißen trotzdem auf alles, die Zerstörung des Schlagzeugs nach dem Graz-Gig war zumindest echt. No Shit, Sherlock. Marco ist nach der Zugabe ins Schlagzeug gesprungen!

- Und weil Marco auf der Bühne rauchte, haben die Fans natürlich auch nicht lange gezögert und zur Zigarette gegriffen – zumindest solange bis die Securities aktiv wurden und ihre kleine aber doch einflussreiche Macht ausübten. 😀
- Wenn ihr einfach eine für die heutige Zeit einzigartige Band sehen und den Rock’n’Roll-Flair spüren wollt. 🙂

Fotos und Text: ©Berner
Ein Kommentar zu „FÜNF Gründe, inklusive einer Flasche Schnaps, wieso man Wanda live sehen sollte..“