Wer auf Alternative-Rock steht, muss nicht zwingend immer nach Amerika oder England auf die ganz Großen blicken – die Niederlande ist nicht nur für ihre liberale Einstellung bekannt, sondern bietet mit De Staat auch ein hörbares, frisches und abwechslungsreiches Pendant.
Wenn aus einem Uni-Projekt ein Band wird
Die 2006 gegründete Band aus Nijmegen besteht aus Tom Florim (Gesang, Gitarre), Vedran Mircetic (Gitarre), Jop van Summeren (Bass, Gesang), Rocco Bell (Keyboard, Gesang) und Tim van Delft (Schlagzeug).

Bevor es zu einem Plattenvertrag kam, waren die Jungs bereits namhaft, denn diverse Gigs in ihrem Heimatland wurden gut aufgenommen. Auch die Tatsache, dass sie die belgische Rock-Band dEUS als Vorgruppe auf Tour begleiten durften, sorgte dafür, ihre Präsenz zu lancieren.
Der Ursprung des anfänglichen Ein-Mann-Projekts liegt in einer selbstfinanzierten EP des Gitarristen und Frontmanns Torre Florim. Die EP „Wait For Evolution“ galt als Abschlussprojekt seines Studiums an der Utrecht School of Arts und entwickelte sich daraufhin 2009 zu De Staats Debüt-Album.
Nach der Veröffentlichung von „Wait For Evolution“ folgten einige internationale Festival-Gigs, wie u.a. Glastonbury, Sziget sowie Lowlands. Letzteres erwies sich im Übrigen als lohnenswert: Auf dem Lowlands Festival machten die Holländer Bekanntschafts mit Chris Gross, der den Holländern dabei verhalf, ihr Album „Wait For Evolution“ international zu puplizieren.
Krach, Hip Hop und Alternative-Rock
Mit „Witch Doctor“ zeigen De Staat, dass für einen guten Song nicht zwingend romantische Melodien und vielfältige Intros notwendig sind – auch Krach und Lärm können auf eine ganz eigene Art wundervoll sein. Laute Gitarren und ein dominantes Schlagzeug evozieren Motivation in all ihrer erdenklichen Finesse.
Die Niederländer spielen mit Genres – wer sich von De Staat erhofft hat, dass ausschließlich reiner Alternative-Rock gespielt wird, ist Fehl am Platz. „Input Source Select (Vinticious Version)“ zeigt einen deutlich hörbaren Hip-Hop-Einfluss auf.
Sauberer Alternative-Rock darf nichtsdestotrotz auch nicht fehlen: Der Song „Devil’s Blood“ bildet hier meinen persönlichen Fave.
Diskografie
Wait For Evolution (2009)
Machinery (2011)
I_CON (2013)
Vinticious Versions (2014)
O (2016)