Soweit ich mich erinnern kann, weckten die Donots das erste Mal meine Aufmerksamkeit, als sie gemeinsam mit dem britischen Musiker Frank Turner den Song „So Long“ veröffentlicht haben. Ergo: Neben Frank Turner, durfte ich die 1994 gegründete Alternative-Rock-Band Donots, die seitdem einen Fixplatz in meiner Playlist haben, kennenlernen. Die Jungs haben mittlerweile zehn Alben publiziert; das 2015 und zuletzt
erschiene brachte jedoch Veränderungen mit sich – deutsche Lyrics. Am 01.12.2016 gastierten die Donots im Grazer p.p.c und präsentierten ihre neue Scheibe „Karacho“. Der Name Donots leitet sich übrigens aus der Bandphilosophie „Don’ts = do nothing“ ab und eines (Achtung Spoiler!), kann jetzt schon erwähnt werden: Ihrer Philosophie werden sie kaum gerecht – zumindest nicht auf der Bühne.
Gespannt auf die deutschsprachigen Songs, wurde das Konzert mit zwei ihrer altbewährten Hits eingeleitet, was sich wie ein roter Faden durch den gesamten Gig zog – auf u.a. „Calling“, „Stop The Clocks“, „Wake The Dogs“ sowie „Dead Man Walking“ wurde nicht verzichtet. Die Tatsache, dass die deutschen Songs wohl eher punkesken Flair evozieren als jene anderen, wird schon beim schnellen Durchlauf des Albums klar, viel mehr überraschend war jedoch die durch sie produzierte Stimmung während der ganzen Performance, denn dass Moshpits auch im p.p.c stattfinden war bis zu diesem Moment wohl eher ein noch nie in Erfüllung gegangener Traum. Musikalisch lehren die Donots, dass Punk auch Punk ist, wenn eine Band ihre Instrumente gut beherrscht, Live-Performances durchaus verblüffende Ähnlichkeiten mit Studio-Aufnahmen haben können und das zwanghafte Instrumente-Zerstören nicht unbedingt ein Muss ist.

Das, was jedoch anders war, war der ausgeprägte Kontakt zum Publikum. Es gibt Bands, bei denen ist der Publikumskontakt zwingend notwendig, jene, die ohne auch ganz gut auskommen und dann die Donotos, die durch die gezielte Band-Fan-Interaktion, abgesehen von perfekt abgestimmten Tönen, ein unheimlich familiäres Klima schufen. Neben der Präsenz des Sängers Ingo Knollmann während des Songs „Kaputt“ mitten im Moshpit, durfte das Publikum u.a. Näheres über die Liebe zu den Grazer Glühwein-Standln, den Hass gegen Nazis, die Verwendung der App Trip Advisor, das Landhaus Jöbstl und der dazugehörigen Kunden-Rezension, der Abneigung des Managers (war es er?) gegen den Song „We’re Not Gonna Take It“ sowie die zei
tgleiche Anwesenheit Arnold Schwarzeneggers in Graz erfahren.
Das Graz-Konzert war bereits das 979. Donots Konzert und das aus gutem Grund: Die Show sowie Songauswahl wurde auf einer so professionellen, aber dennoch wunderschön entspannten, familiären aber auch leidenschaftlichen und eigentlich unbeschreiblichen Ebene den Fans präsentiert, dass es nur toll werden konnte. Auf weitere 979 Konzerte!