I proudly present: Tom Unterweger

Am 25. Jänner 2017 veröffentlichte Tom Unterweger, ein Grazer Musiker, der seit dem Jahre 2016 Musik auch im Alleingang produziert, sein erstes Soloalbum „Soundtrack zum Ende der Welt“. Im Zuge seines letzten Konzerts in der Grazer Location Wakuum hatte ich die Ehre, Tom Unterweger auf ein kleines Interview einzuladen und erfreue mich sehr daran, euch den Punkrocker etwas näher vorstellen zu dürfen und können.2

Tom Unterwegers Musik gestaltet sich als Acoustic-Punk (zumindest live) durchzogen von Pop-, Rock- sowie Metal-Elementen und bringt seine Zuhörer gerne mal zum Schmunzeln, denn auf textlicher Ebene fallen Sarkasmus und Humor durchaus ins Gewicht. Der Musiker bearbeitet Themen angefangen bei dem Wiener Bürgermeister Häupl und seinem geliebten Spritzwein, über terroristische Astrophysiker in Teheran oder dem Satanismus, bis hin zu menschenjagenden Kinosesseln.

 

Clarissa: Welche Musiker haben dich inspiriert? 

Tom Unterweger: Die Liste würde ins schier Endlose gehen, aber als ich begonnen habe Musik zu hören, war das zuallererst deutschsprachiger Punkrock. Das erkennt man vor allem bei diesem Album, denke ich. Wichtige Bands waren dabei sicherlich die Terrorgruppe, Zaunpfahl, WIZO oder auch die Ärzte. Sehr bald folgten Misfits und Ramones – aber auch lokale Bands wie Red Lights Flash oder Rentokill waren von großer Interesse.
Später wurden Metal- und Shockrock-Bands immer wichtiger für mich, weil sich die Musik anspruchsvoller und vor allem düsterer gestaltet. Darunter fallen Bands wie beispielsweise Alice Cooper, Slayer, Exodus, Machine Head, Lamb of God oder Marilyn Manson.
Außerdem sind Künstler mit intelligenten, kritischen und zugleich eingängigen deutschen Texten wichtig für mich ­– Funny van Dannen, Georg Kreisler, Ludwig Hirsch oder auch der frühe Wolfgang Ambros.

 

Clarissa: Von den Genres her, wie würdest du deine Musik beschreiben?
Tom Unterweger: Das Album „Soundtrack zum Ende der Welt“ ist auf jeden Fall sehr punkig. Das liegt womöglich auch daran, dass ich eigentlich Singer/Songwriter-Songs aufnehmen wollte, diese jedoch mit Gitarre, Schlagzeug und Bass aufgeblasen habe. Aber nicht nur Punk, sondern auch Reggae („Bankrocker“) oder einen kleinen Disco-Beat („Das letzte Mädchen der Welt“) haben einen Stellenwert. Tendenziell gehen die Songs in Richtung Rock – Metal-Einflüsse findet man eher im Hintergrund, wie die Double Bass Drum bei „Astrophysik“ oder „Wittgenstein“, aber der Metal-Anteil wird sich in Zukunft sicherlich steigern.

5Clarissa: Auf was hast du beim Schreiben deiner Lyrics besonders geachtet? Welche Themen hast du bearbeitet?
Tom Unterweger: Ich denke SängerInnen sollten auch etwas zu sagen haben. Nachdem es mir so vorkommt, dass letzteres in der deutschsprachigen Musiklandschaft nur selten, bis gar nicht der Fall ist, wollte ich mich diesem Trend nicht anschließen. Zum Teil ist es gar nicht so einfach, kritisch-sperrige Themen in einigermaßen eingängigen Melodien, ohne gehobenen Zeigefinder, zu verpacken, aber es geht. Bei dem Lied „Bankrocker“ möchte ich zum Beispiel die Aufmerksamkeit der Zuhörer ganz ungezwungen auf die destruktive Rolle von Banken, Geldschöpfung und Hochfinanz in unserer Gesellschaft lenken. In „Astrophysik“ geht es darum, überspitzt zu zeigen, wie absurd Gewaltanwendung im Namen von wem oder was auch immer ist. Deshalb sind die gewalttätigen Personen in diesem Song auch keine Anhänger einer Religion oder politischen Idee, sondern Astrophysiker auf der Suche nach außerirdischem Leben. Andere Lieder wie „Selbstzerstörung Deluxe“ oder „Von Wien nach Paris“ beziehen sich eher auf eine persönlichere Ebene und beschreiben Menschen in einer wohlstandsverwahrlosten Gesellschaft, die trotz oder wegen dem Überfluss ihr Glück im Leben nicht finden. Zynismus und Morbidität darf natürlich auch nicht fehlen. Es gibt auch ein paar Lieder wie „Ich bin ein Serienmörder“ oder „Satanismus“, die zwar todernst gesungen werden, aber durchaus zum Schmunzeln einladen. Der Titel des Albums „Soundtrack zum Ende der Welt“ kann daher als existenzialistische Perspektive negativ interpretiert werden, aber auch positiv in dem Sinne: das Ende der Welt, wie wir sie kennen. Die Interpretation ist dann aber ganz dem Publikum überlassen.

Am 08. Februar 2017 wird Tom Unterweger das Sendeformat „Hosted By“ auf GoTV moderieren, also: TVs einschalten! Außerdem könnt ihr sein neues Album hier auf seiner Homepage downloaden. 🙂

*Text: (c) Clarissa Berner

 

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