Zu Weihnachten hat mir mein Freund neben Band-Merch Konzertkarten für Betontod geschenkt. Wenige Wochen später kündigten Talco, eine italienische Ska-Punk-Band, für denselben Tag eine Show in Graz an. Glücklicherweise gastierte letztere Band auch in der Wiener Arena. Aus dem Grund ging es am Freitag für Talco nach Wien und tags darauf besuchten wir die Show von Betontod im Grazer p.p.c.
Talco – italienischer Ska-Punk zum Feiern
Ich kannte vor Talcos Show nur drei ihrer Songs: „Danza dell’autumno rosa“, „Bella ciao“ und „St. Pauli“. Zusätzlich wusste ich, dass die Jungs aus Venedig kommen und ausschließlich italienische Lyrics schreiben und singen. Ich kann kaum bis gar nicht Italienisch, deshalb machte ich mir darüber Gedanken, wie es wohl sein wird, wenig mitzusingen und nur Bruchteile der Lyrics verstehen zu können.
Zu meiner Überraschung traf meine Befürchtung, das Konzert könnte langweilig werden, nicht ein. Talco spielten von Anfang an eingängigen Ska-Punk. Durch die melodischen Parts, die in so ziemlichen jedem ihrer Songs vorkommen, war Textverständnis überhaupt nicht notwendig. Statt mitzusingen, wurde eben getanzt und abgefeiert. Neben den drei mir bekannten Songs, deren Refrain ich zumindest mitschreien konnte, lernte ich eine Menge neue Lieder kennen, die nun ein fixer Bestandteil meiner Playlist sind. Das Highlight des Konzerts war, als einer der Punk-Rocker mit meinem Handy auf der Bühne ein Video gemacht hatte, aber seht selbst:
Betontod – linke Ansagen, Bier und Punkrock
Nach dem Konzert von Talco haben wir noch ein, zwei Bier im Arena-Beisel getrunken. Am nächsten Tag ging es schon früh nach Graz zurück, denn Betontod gastierte im Grazer p.p.c.
Bereits die Vorband Engst wärmte das durchschnittlich volle Lokal auf und kurz nach acht Uhr war es endlich so weit: Betontod liefen auf die Bühne. Mit „Zusammen“, „Revolution“ und „La Familia“ konnten erste Startschwierigkeiten und Berührungsängste abgebaut werden und das ganze p.p.c. verwandelte sich in einen riesigen Pogo. Spätestens nach „Küss mich“, „Vamos“ und „Schwarzes Blut“ war der Saal nicht mehr zu stoppen. Im Gegensatz zum Publikum taten sich Betontod eher schwer, auf der viel zu kleinen Bühne abzugehen. Neben Ansprachen gegen Nazis und rechtes Gedankengut, arbeitete Oliver Meister, der Main-Sänger der Punkformation, in einer fast übertriebenen Art und Weise mit Mimik und Gestik. Wäre gar nicht notwendig gewesen, das nicht mehr zurechnungsfähige Publikum war leicht zu begeistern – nach „Glück auf“ erklangen nicht mehr aufhörende Lobgesänge, die Alkohol verherrlichten. Auch ihr neues Album „Vamos!“, das zu einem Drittel aus Cover-Songs besteht, konnte knackig präsentiert werden. Als zu „Griechischer Wein“ oder „Herz an Herz“ gefeiert wurde, erzeugten Betontod beinahe ein Oktoberfest-Feeling, die Covers wurden jedoch so rockig präsentiert, dass „peinliche“ Lieder durchaus hörbar wurden und dadurch das Konzert perfekt abrundeten.

Plattenbörse im Immervoll
Um das Wochenende gechillt ausklingen zu lassen, besuchten wir am Sonntag die Grazer Plattenbörse in der Poolbar Immervoll. Es wurde kein Eintritt verlangt – perfekt zum gemütlichen Schmökern. Insgesamt waren wir nur 45 Minuten vor Ort, um Schmuckstücke finden zu können, sollte man sich definitiv mehr Zeit lassen als wir.
