Die Madsen-Kompass-Tour

PicsArt_02-22-10.43.34Es war einmal vor langer, langer Zeit… nein eigentlich vor ungefähr zwei Wochen, als ich in einer der größeren Elektronik-Fachmarktketten war um Kopfhörer zu kaufen und vor mir auf einmal ein enormer Stapel unzähliger CDs, die im Abverkauf um heiße fünf Euronen angeboten wurden, hervorragte. Mit neuen Stöpseln und um den acht CDs, darunter auch die erste Scheibe der Gruppe Madsen, verließ ich voller Stolz den Elektroladen. Die Band Madsen aus dem deutschen Wendland, benannt nach dem Nachnamen der drei Brüder Sebastian, Johannes und Sascha Madsen, gastierte am Samstag dem 20. Februar im Grazer Orpheum. Das letzte Mal waren sie vor vier Jahren in Graz, ließ uns Sebastian Madsen, der Sänger und Gitarrist der Band, wissen. Im Zuge des Konzerts haben die Jungs ihr neues Album Kompass, das im August letzten Jahres erschienen ist, vorgestellt.

Nach einer „Lehrstunde der Stadtgeschichte“ am Grazer Schlossberg und der Vorband Das Pack, die mit viel Witz, Humor und Metal-Fun-Punk dem Publikum einheizten, ging es nach einer kleinen Verspätung auch schon richtig los. Die Indie-Rock-Band Madsen existiert bereits 12 Jahre – eine gute Möglichkeit um aus dem Vollen zu schöpfen – und lieferte am Samstag ein buntes Programm all ihrer Hits angefangen mit „Perfektion“ sowie „Love is a Killer“ bis hin zu „Leuchttürme“, einem ihrer neuen Hits, das die anfänglichen Mikro-Probleme schnell in Vergessenheit brachte. Obwohl es sich bei diesem Konzert um einen Nachholtermin handelte (einer der Musiker wurde auf der Tour im Dezember krank…), war das Grazer Orpheum dennoch ausverkauft, was sich besonders bei dem Song „Du schreibst Geschichte“, der von den Fans grenzenlos übertönt wurde, bemerkbar machte und ein unheimliches und zugleich fesselndes Gefühl erzeugte. Ausverkauftes Haus hin oder her, Moshpits und Pogos fanden dann doch nur durch die Aufforderung der Band statt. Schade, die Musik hätte gut gepasst!

PicsArt_02-22-10.25.07Madsen hatten das Grazer Publikum immer im Blickfeld. Ein Fan mit Seemanns-Mütze stach Sebastian zu Beginn des Konzerts sofort ins Auge – netter Gag – und die oberen Reihen am Balkon blieben auch nicht unbeobachtet: Ein schmusendes Pärchen wurde entdeckt und aufgefordert gefälligst weiterzumachen! 😀

Die Musiker sind nicht ohne Grund als „kritische Romantiker“ in aller Munde bekannt, denn ihre Songtexte handeln zumeist von Liebe und Sozialkritik und sind darüber hinaus mit kleinen Wortspielen, wie es beispielsweise der Auszug „(…) ohne dich wäre das Leben vielleicht viel leichter (…)“ des Songs „Leichter“ zeigt, bestückt. Durch ihre einfachen aber dennoch raffinierten Texte, die eine Ohrwurm-Gefahr nicht ausschließen, haben sie es schnell in die deutschen Charts geschafft und mit dem Song „Küss mich“ Platz vier von 16 im Bundesvision Song Contest erreicht – das ist doch was! Nichtsdestotrotz haben Madsen nicht nur ihre eigenen Songs gespielt, sondern auch um die drei, vier Songs gecovert und sich schließlich wie in einer Trance in der ganzen Coverei verloren. Madsen ist eine großartige, besonders in Deutschland, bekannte Band und hat es, meines Erachtens, wirklich nicht nötig Die Ärzte zu covern.

Und trotz der anfänglichen Mikro-Probleme, die dann doch nur reine Menschlichkeit evozierten, und der Coverei war es wundervoll Madsen live zu sehen und um ihre fast schon zu oft gestellte Frage zu beantworten: „Ja, wir wollen euch wieder live in Graz sehen und zwar so schnell wie möglich!“

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*Fotos und Text (c) Clarissa Berner

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